Hauptsache, du kriegst kein Kind – Sterilisation von Menschen mit Behinderungen - andererseits
Hauptsache, du kriegst kein Kind – Sterilisation von Menschen mit Behinderungen
In diesem Video geht es um (sexuelle) Selbstbestimmung, Verhütung, Sterilisation und den Wunsch nach Elternschaft von Menschen mit Behinderungen. Es geht darum, dass bis heute trotz entsprechenden rechtlichen Regelungen in Deutschland und Österreich Menschen mit Behinderungen sterilisiert werden, ohne das wirklich selbstbestimmt entschieden zu haben. Zwei Journalistinnen der Redaktion Andererseits berichten hier darüber, dass Ärzt*innen das Recht teilweise nicht gut genug kennen, es oft fehlende Informationen für und über Menschen mit Behinderungen gibt und damit einhergehend fehlende Barrierefreiheit, fehlender Schutz vor Gewalt und fehlende Aufklärung. Insgesamt wird auch eine mangelhafte Datenlage festgestellt und betont, dass es viele Diskriminierungen von Menschen mit Behinderungen in Hinblick auf selbstbestimmte Elternschaft gibt. Für diese Recherche haben die Journalistinnen mit über 100 Menschen im deutsch-sprachigen Raum gesprochen und damit die umfassendste Recherche zu Sterilisation und Verhütung von Menschen mit Lern-Schwierigkeiten in diesem Kontext gemacht. In dem Video kommen Menschen mit Lern-Schwierigkeiten zu Wort, die zu ihrem Kinderwunsch und ihren Erfahrungen im Kontext der Sterilisation interviewt wurden. Außerdem kommen auch Ärztinnen zu Wort, die beispielsweise darum gebeten wurden, Sterilisationen vorzunehmen. Ein Prüfer der Vereinten Nationen spricht darüber, dass Österreich und Deutschland im Rahmen der Staatenprüfung der UN die Behindertenrechtskonvention nicht umfassend umsetzen, da z.B. noch solche Sterilisationen ohne Einwilligung stattfinden.
Dieser Film ist eine Dokumentation der österreichischen Redaktion andererseits. Bei andererseits arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Andererseits versteht sich als Magazin für Behinderung und Gesellschaft. Die Recherche zu dieser Dokumentation haben Ramona Arzberger und Chiara Joos gemacht.
Die Rechercheergebnisse sind in diesem Dokument zusammengefasst.
Weiterführende Literatur:
Gisela Bock (2018): Zwangssterilisation im Nationalsozialismus. Studien zur Rassenpolitik und Geschlechterpolitik. Das Buch ist ein Standardwerk zur rassenhygienisch-eugenischen Sterilisationspolitik des Nationalsozialismus, ihre Vorgeschichte in der Weimarer Republik und ihre transnationale Verbreitung. Die Schwerpunkte sind ihr Platz in der Rassenpolitik des "Dritten Reichs" und ihre Bedeutung für die Geschlechterbeziehungen. Das Buch ist online kostenlos verfügbar.
Der Film ist großteils in Einfacher Sprache.
Der Film ist nach dem 2-Sinne Prinzip. Das heißt: Menschen, die nicht sehen können, können ihn anhören. Menschen die nicht hören, können ihn ansehen.