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Reproduktive Gerechtigkeit

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Artikel und Publikationen
Beschreibung

Das strikte Verbot von Abtreibung, weit verbreitete Homophobie und die Verklärung der Jungfräulichkeit – sexuelle Freizügigkeit muss in Polen hart erkämpft werden, vor allem in ländlichen Regionen. Anders in den Großstädten: Hier haben sich queere Communities zusammengefunden, die für ihre Rechte kämpfen. Vor allem in der katholischen Kirche ist Sex ein Tabu. Dass offen darüber gesprochen wird, ist selten – denn Polen gilt als eines der katholischsten Länder der EU. Für Pater und Filmemacher Piotr Slizewski ist Sex nur im Einklang mit der Bibel möglich. Deshalb zeigt er in seinen Filmen, warum Fremdgehen und Masturbation aus seiner Sicht als Sünden zu verstehen sind. Doch nicht nur von der Kirche, auch von der Politik wird ein solches Weltbild gefördert. Sexuelle Aufklärung in den Schulen? Fehlanzeige. Der Sexualkundeunterricht heißt dort stattdessen „Vorbereitung auf das Familienleben“ – die Inhalte werden von der konservativen PiS-Partei vorgegeben. Was es bedeutet, dem Druck der konservativen Gemeinschaft standhalten zu müssen, hat Monika schon oft erlebt. Als sie ungewollt schwanger wird, muss sie für die Abtreibung nach Tschechien reisen, denn in Polen herrscht eines der strengsten Abtreibungsgesetze Europas – dabei ist die große Mehrheit der Bevölkerung für eine Legalisierung. Seither unterstützt Monika andere junge Frauen, die ungewollt schwanger sind.

Beschreibung

Drei Cis-Frauen und ein Mann in der Rolle des Partners berichten in persönlichen Interviews über ihre Schwangerschaftsabbrüche: Wie kam es dazu, was haben sie davor und danach gefühlt? Und welche Rückschlüsse konnten sie danach für sich ziehen?

Mit dabei ist die Youtuberin Laura (21), die mittlerweile selbst junge Mutter ist. Die Schuldgefühle nach dem Abbruch bespricht sie offen in ihrem Youtubekanal. Giovanna (31) war bei ihrem Schwangerschaftsabbruch in einer instabilen Liebesbeziehung. Jetzt ist sie Aktivistin für reproduktive Gerechtigkeit und befindet sich in einer Wunschschwangerschaft. Michaela (50) bereute ihre Entscheidung nie. Allerdings blickte sie anders zurück, als sie viele Jahre später erfuhr, dass sie keine Kinder bekommen kann. Andreas (60) begleitete damals seine Partnerin beim Schwangerschaftsbbruch, da er sich eine Lebensumstellung zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen konnte. In dieser Doku teilt er seine Perspektiven aus Sicht des Partners und als praktizierender Gynäkologe.

Beschreibung

Rebecca Gomperts ist Ärztin und Aktivistin. Sie bietet legale Schwangerschaftsabbrüche an Bord an und reist rund um die Welt dafür, da in vielen Ländern Schwangerschaftsabbrüche illegal sind — nicht aber außerhalb ihrer Hoheitsgewässer. Mit ihrem Projekt Women on Waves erhält sie immer wieder mediale Aufmerksamkeit, durch die sie wiederum häufig Anfeindungen durch Regierungs- oder Militärkräfte, Lebenschützer*innen und Abtreibungsgegener*innen erfährt. In Zusammenarbeit mit lokalen Partner*innenorganisationen treibt sie dennoch die Debatte um die Legalisierung und Lockerungen der Gesetzte von Schwangerschaftsabbrüchen weltweit an. Mithilfe innovativer Technologien und Gesetzeslücken schafft sie es außerdem, Frauen und Personen mit Uterus anzuleiten, selbst sichere Abtreibungen nach WHO-sanktionierten Protokollen mit Pillen durchzuführen. Durch ergänzende Angebote wie Women on Web und Aid Access wird außerdem zur Sicherstellung von Informationen rund um den Schwangerschaftsabbruch beigetragen.