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Kolonialismus

Beschreibung

In diesem Video erklärt Loretta J. Ross als eine der Mitbegründerinnen den Ursprungsgedanken Reproduktiver Gerechtigkeit und führt aus, welche grundsätzlichen Forderungen das Konzept beinhaltet. Sie betont dabei eine systemische Kritik an struktureller Ausbeutung durch Kolonialismus und Kapitalismus.

Transkript in deutscher Übersetzung

Wenn es um Reproduktive Gerechtigkeit geht, fängt man am falschen Ende an, wenn man bei der Schwangerschaft ansetzt. Man muss bei dem ansetzen, was im Leben einer Person vor der Schwangerschaft geschieht. 

Mein Name ist Loretta Ross und ich bin Aktivistin für Reproduktive Gerechtigkeit und Menschenrechte. Ich war eine von zwölf Schwarzen Frauen, die den Begriff „Reproduktive Gerechtigkeit“ mitgeprägt haben, als wir reproduktive Rechte und soziale Gerechtigkeit miteinander verbanden. Schon lange bevor eine schwangere Person überhaupt wusste, dass sie schwanger war, gab es in ihrem Leben Probleme basierend auf sozialer Ungerechtigkeit. Denn wenn sie unter Wohnungsunsicherheit litt, Angst hatte, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, oder Gewalt in ihrem Leben fürchtete, würde dies darüber entscheiden, ob sie eine ungeplante Schwangerschaft behalten würde oder nicht. 

Kurz gesagt: Reproduktive Gerechtigkeit basiert auf drei Grundprinzipien: Jeder Mensch hat das Recht, kein Kind zu bekommen und Verhütungsmittel, einen Schwangerschaftsabbruch oder Enthaltsamkeit zu wählen, wenn das für die jeweilige Person das Richtige ist. Und wir müssen für das Recht kämpfen, die Kinder zu bekommen, die wir haben wollen - das ist der zweite Grundsatz. Daraus entstand eine ganze Bewegung namens „Birth Justice“, bei der es darum geht, die Bedingungen zu gestalten, unter denen wir Kinder bekommen. Der dritte Grundsatz lautet: Sobald das Baby geboren ist, kämpfen wir für das Recht, unsere Kinder in einer sicheren und gesunden Umgebung großzuziehen. Zehn Jahre nach 1994 fügte die LGBT-Bewegung einen vierten Grundsatz hinzu, der sich auf körperliche Selbstbestimmung, Geschlechtsidentität und sexuelle Lust bezieht.

Es überrascht mich nicht, dass sich die reproduktive Gerechtigkeit aus den reproduktiven Erfahrungen Schwarzer Frauen herausgebildet hat, denn als wir aus Afrika entführt und hierher gebracht wurden, um als Strategie zum Vermögensaufbau für den Kapitalismus Kinder zu gebären, wurden unsere Kinder hoch geschätzt. Doch genau dieses Produkt des Mutterleibs wurde nach der Sklaverei problematisiert und kriminalisiert. Mir liegt sehr viel daran, dass die Menschen ihre gesamte Welt durch den Rahmen der Menschenrechte betrachten, denn es spielt keine Rolle, unter welchem wirtschaftlichen oder sozialen System man lebt. Denn wenn es deine Menschenrechte schützt, ist das das System, an dessen Aufbau du arbeiten musst. Wenn es deine Menschenrechte verletzt, ist das das System, an dessen Abschaffung du arbeiten musst.

Sollte das Video oben nicht richtig angezeigt werden, gibt es hier den Link zum Video.

 

AI treats everyone equally and makes predictions fairly | Pinar Tuzcu - Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

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Dr. Pinar Tuzcu der Uni Kassel referiert in diesem Video über postkoloniale Strukturen im digitalen Zeitalter. Wenn Daten das neue Öl der heutigen Zeit sind, welche Auswirkungen haben diese auf die Gesellschaft? Anhand mehrerer Beispiele untersucht Tuzcu, wie Data Mining und Co. als Art digitale Ausbeutung funktionieren und koloniale Muster wiederholen: Wichtige Wahlen wie der Brexit werden maßgeblich durch rechtswidrige Datensätze beeinflusst oder sogenannte „Content managers“ filtern täglich verstörende Inhalte aus Social Media. Außerdem: Welche Zusammenhänge lassen sich aus Klimadaten, Algorithmen, der Kategorisierung von Menschen und deutscher Kolonialgeschichte ziehen? Und was hat das ganze mit digitaler und territorialer Expansion zu tun?

Beschreibung

Co-Kurator*in Jeanne Nzakizabandi nimmt euch mit zu einem digitalen Rundgang der Ausstellung „Hingucker? Kolonialismus und Rassismus ausstellen“. Nzakizabandi führt durch die verschiedenen Themenräume und gibt Einblicke in ausgewählte Exponate und Hintergründe rund um Kolonialismus und Rassismus in der deutschen Geschichten, insbesondere Schwarzer Geschichte in Deutschland. Die Perspektiven von Fremd- und Selbstwahrnehmung und der Subjekt-Objekt-Beziehung ziehen historische Bezüge und wirken gleichzeitig emanzipierend für die Repräsentation dieser zu selten angesprochenen Themen und Personen.

Panels for the BIPoC Climate Justice Conference - Konzeptwerk Neue Oekonomie

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Im Panel der BIPoC Climate Justice Conference Germany des Climate Justice Network wurde die Geschichte von Klima und Gerechtigkeitsaktivismus thematisiert. Zu Gast sind Wissenschaftler*innen und Klimaaktivist*innen Brototi Roy, Imeh Ituen und Peter Emorinken-Donatus. Die Geschichtsschreibung von Klimagerechtigkeit wird aus einer weißen Perspektive häufig erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts verortet. Allerdings zeigt eine intersektionale, rassismuskritische Perspektive die Kontinuitäten vom indigenen Klimaaktivismus, der sich seit Jahrhunderten gegen die Umweltzerstörung einsetzt und mit dem Kolonialismus einherging. Die Gäste der Paneldiskussion sind sich einig: Intersektionalität kommt im Klimaaktivismus zu kurz. Das führt dazu, dass Hierarchien innerhalb der Klimabewegung und Gewalt gegen indigene Klimaaktivist*innen nicht genug Aufmerksamkeit bekommen.

Maisha Maureen Eggers über Kinderbücher und Empowerment (Teil 1) - Heinrich-Böll-Stiftung

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Prof. Dr. Maisha Maureen Eggers ist Erziehungswissenschaftlerin und Geschlechterforscherin, Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Im Interview spricht sie über die Rolle von Kinderbüchern für Empowerment. Vorurteilsbewusste Literatur ist in der Bildungspraxis unerlässlich. Am Beispiel Pippi Langstrumpf zeigt sie die Wichtigkeit von Solidarität und Rassismuskritik an Kinderbüchern. Differenz wird als Mittel der Erzählung verwendet. So werden Nebencharaktere zur Protagonistin Pippi als Kontrastmittel eingesetzt, um Pippis Handlungsmacht zu erhöhen. Auch rassifizierte Teile der Welt werden mit abschätziger „Fremdheit“ besetzt, um das Selbst zu definieren und weiße Dominanz zu stärken. Dagegen sollten Kinderliteratur durch Erzählungen einen emanzipierenden und stärkenden Zugang ermöglichen, indem sie Vielschichtigkeit thematisieren und neue Handlungsräume für Kinder erobern. Entscheidend ist auch, Kindern Wege zu vermitteln, mit eigenen Diskriminierungserfahrungen umzugehen.