Was hat Technik mit Geschlecht zu tun?

Technik hat etwas mit von Menschen gemachten Objekten zu tun. Die Techniksoziologie hat in der erweiterten Definition neben der Artefaktdimension noch die Handlungs- und Wissensdimension: Die Handlungsdimension beschreibt den Umgang mit Technik, während die Wissensdimension das technisches Know-How in eine sozial konstruierte Deutungsmacht über historisch geprägte Vorstellungen von z.B. technischen Berufen einbettet. Bianca Prietl von der TU Darmstadt des Instituts für Soziologie erklärt, wieso Technik oft nicht neutral gedacht wird. Prägende Assoziationen von Männlichkeit und Weiblichkeit prägen die Wahrnehmung der oftmals gegenderten Artefake. Wie kann ein verändertes Produktdesign gegenderte Vorstellungen von Technik beeinflussen? 

Bemerkungen

Das Video bezieht sich auf das binäre Geschlechtersystem und kann weiterführend auch für andere Geschlechtsidentitäten in der Kategorie Geschlecht gedacht werden.

Verwendete Quellen:

  • Visualising Gender Norms in Design: Meet the Mega Hurricane Mixer and the Drill Dolphia (2012) von Karin Ehrnberger, Minna Räsänen, Sara Ilstedt

  • Mann und Maschine. Eine genealogische Wissenssoziologie des Ingenieurs und der modernen Technikwissenschaften, 1850–1930 (2012) von Tanja Paulitz

Das Video ist auch auf YouTube zu finden, mit weiterführenden Hinweisen zum Projekt und Quellenangaben. 

Das Portal Gendering MINT digital des Teilprojektes II steht mit seinen Open Educational Resources für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie regen das „Reflektieren über Genderthemen in den Natur- und Technikwissenschaften an. Die OER sind so konzipiert, dass sie in der Hochschullehre insbesondere in den naturwissenschaftlichen Fachdidaktiken, aber auch in den Sozial- und Kulturwissenschaften eingesetzt werden können. Sie ermöglichen Studierenden der Natur- und Technikwissenschaften einen Zugang zu Genderthemen und verknüpfen die natur- und technikwissenschaftlichen Wissensbestände und Arbeitsweisen mit denen der Sozial- und Kulturwissenschaften. Sozial-, kultur- und bildungswissenschaftlich informierten Nutzer_innen bieten sie Einblicke in die MINT-Fächer. Gleichzeitig sind die OER für das Selbststudium aller interessierten Nutzer_innen geeignet.“

Das Portal Gendering MINT digital wurde gefördert im Rahmen des Verbundprojektes Gendering MINT digital - Open Science aktiv gestalten, BMBF 2017-2020, FKZ 01FP1722.

Hinweis

Didaktische Empfehlungen zum Einsatz dieses Videos finden Sie im Kapitel Gender & IT-Berufe der zugehörigen Lerneinheit Gender & Informatik.

Dieses Video wurde vom Projekt "Gendering MINT digital" (TP II) in Koorperation mit Dr. Bianca Prietl produziert. Das Video ist Teil der Lerneinheit "Gender & Informatik" vom Portal "Gendering MINT digital". Die Lerneinheiten sind für den Gebrauch in der Hochschullehre gedacht. Sie richten sich an Hochschullehrende der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), die ihre Lehrveranstaltungen mit fachspezifischen Gender-Lerneinheiten bereichern wollen.