Wenn Babys zur Ware werden - Geschäft mit Leihmutterschaft
In diesem investigativen Beitrag geht es um das internationale Geschäft mit Leihmutterschaft, in dem Frauen und Kinder Teil eines globalen Geschäftsmodells werden. Im Mittelpunkt steht ein deutsches Ehepaar, das 2023 in Argentinien für rund 50.000 Euro ein von einer Leihmutter geborenes Baby abholt – ein Fall, der laut NDR-Recherche umfangreiche Ermittlungen wegen Menschenhandels und Ausbeutung von Frauen ausgelöst hat. Am Beispiel des Babys Ruby*, das nach Auffälligkeiten bei einem Krankenhausaufenthalt vom Jugendamt in Obhut genommen wird, zeigt der Beitrag ein Netzwerk aus Agenturen und Kliniken, das gezielt wirtschaftlich benachteiligte Frauen anwirbt – Rubys Leihmutter soll für 10.000 US-Dollar gewonnen worden sein. Vermittelt wird über internationale Firmengeflechte, die rechtliche Grauzonen einzelner Länder ausnutzen, der weltweite Markt wird für 2024 auf knapp 19 Milliarden Euro geschätzt. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, ihre Inanspruchnahme im Ausland bleibt aber straffrei – Kritiker fordern Regulierung, Befürworter des Verbots warnen vor Ausbeutung. Am Fall Ruby zeigt sich dieser Konflikt exemplarisch: Seit über anderthalb Jahren wird vor Gericht verhandelt, wo das Kind dauerhaft leben soll.
Eine Recherche von Lea Busch, Marie Blöcher und Annette Kammerer (NDR) für „team.recherche".
Weiterführende Literatur
- Perler, Schurr & Winkel (2026). Atlas der Reproduktion: Babys, Grenzen, Geopolitik.