Antifeminismus ist eine zentrale Ideologie innerhalb der extremen Rechten. Das Erstarken extrem rechter Bewegungen und menschenfeindlicher Weltanschauungen in den letzten Jahren in Deutschland geht daher auch mit einem Erstarken von Antifeminismus einher. Dabei nutzt die extreme Rechte aus, dass Antifeminismus im Vergleich zu Rassismus oder Antisemitismus weniger stark als menschenfeindlich erkannt und gewertet wird. Tatsächlich aber war auch eine antifeministische Ideologie einer der zentralen Handlungsimpulse des Attentäters von Halle und vieler weiterer Rechtsterroristen. Dennoch können über antifeministische Themen Menschen bis weit in die politische Mitte angesprochen, mobilisiert und organisiert werden. Antifeministische Positionen und Meinungen haben zudem eine Brückenfunktion über diverse rechtsradikale Lager und eine Scharnierfunktion bis weit in konservative oder bürgerliche Kreise hinein. Das gilt auch im Allgäu. Doch was hat es mit dem organisierten Antifeminismus im Allgäu auf sich? Wie weit ist er verbreitet und was macht ihn gefährlich? Worin liegt seine Attraktivität und wie lässt sich dem begegnen? Darüber spricht Allgäu rechtsaußen in einer Livestream-Aufnahme mit der Leiterin der Fachstelle Gender, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, Judith Rahner.
Rassismus beschreibt die Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe, Herkunft, Kultur oder Religion. Beispiele sind anti-Schwarzer Rassismus oder Antiromaismus. Rassismus kann sich auf Einstellungsebene als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit äußern. Rassismus und Antifeminismus haben Überschneidungspunkte. So beruhen viele Rassismen und Antifeminismen auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit und biologistischen Argumentationen. Menschen, die rassistische Einstellungen teilen, sind zu hoher Wahrscheinlichkeit auch antifeministisch eingestellt. Außerdem sind Rassismus und Antifeminismus über verschiedene Verschwörungserzählungen, z. B. die des ‚großen Austauschs‘, gekoppelt und spielen eine zentrale Rolle in rechten Weltbildern.
Siehe auch: Alltagsrassismus