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Hanna und Martin haben ein Familienmodell, das oft als unkonventionell angesehen wird und noch nicht weit verbreitet ist. Sie haben zwei Kinder und haben sich bei der der Betreuung ihrer Kinder entschieden, die Care-Arbeit gleichberechtigt zu verteilen. Sie hinterfragen Familienmodelle, die selten hinterfragt werden. Gesellschaftlich leisten Frauen deutlich mehr unbezahlte Familien-Arbeit als Männer. Hanna und Martin arbeiten rund 30 Stunden in der Woche und treten beruflich kürzer, um mehr Zeit für die Familien-Arbeit zu haben. Für beide zahlt sich das Modell aus, obwohl sie Abstriche gemacht haben, weniger verdienen und mit gesellschaftlichen Klischees konfrontiert werden.

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Der Film von jungen Filmemacher*innen vom Medienprojekt Wuppertal begleitet die Black-Lives-Matter-Demonstration in Düsseldorf am 6. Juli 2020. Nach dem Mord an George Floyd im Mai, gingen in Düsseldorf 20.000 Menschen auf die Straßen und forderten Gleichberechtigung und Würde für Schwarze Menschen – auch in Deutschland. Im Film kommen viele junge Schwarze Menschen zu Wort. Es geht nicht nur um Polizeigewalt. Sie berichten von eigenen Rassismuserfahrungen in der Freizeit, bei der Arbeit oder in der Schule. Sie sind wütend, entschieden und fordern Veränderung:

„Es ist mein gutes Recht, Respekt zu fordern. Ich muss mir das nicht gefallen lassen".

Böll.Global 6: Wie sich die Covid-19-Krise auf Frauen und LSBTIQ auswirkt - Heinrich-Böll-Stiftung

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An den Beispielen Brasilien und Horn von Afrika blickt die sechste Ausgabe von Böll.Global mit einem intersektionalen feministischen Fokus auf die Pandemie. Kolleg*innen der Stiftungsbüros aus Rio de Janeiro und Nairobi sprechen über die Herausforderungen, die die Pandemie für Frauen und LSBTIQ mit sich bringt. Im Fokus stehen u. a. folgende Fragen: Welchen Herausforderungen begegnen Frauen und LSBTIQ während der Pandemie? Inwieweit betrifft die ökonomische Vulnerabilität Frauen und LSBTIQ in besonderem Maße? Was bedeutet die Zunahme von geschlechtsspezifischer Gewalt für Frauen und LSBTIQ? Welche Möglichkeiten und Chancen bieten sich in der Pandemie für Frauen und LSBTIQ?

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung diskutiert mit:

  •  Jana Prosinger, Globale Einheit für Feminismus und Geschlechterdemokratie,
  •  Ulf Terlinden, Büro Nairobi – Kenia, Uganda, Tansania, Somalia/Somaliland
  •  Annette von Schönfeld, Büro Rio de Janeiro - Brasilien

Das Video ist ein Mitschnitt des Online-Gesprächs aus der Reihe zu Folgen und Umgang mit der Pandemie vom Mittwoch, den 27.01.2021.

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Was wäre, wenn du einen Euro für jeden Akt der emotionalen Arbeit bekämst? Diese Frage beantwortet Melissa Lozada-Oliva in ihrem Gedicht auf emotionale, starke und empowernde Weise.

„If I had a nickel for every time I stayed up too late for someone who would never wake up for me, a dollar for every minute I tried to make a sad man feel less sad, a penny for every time I had to bend and stretch to prove to someone that I'm here, that I exist, my heart would rattle and shake with all of the coins spilling back into it, I would stop digging around in my pockets for pieces of myself“

Damit spricht sie die Nicht-Bezahlung emotionaler Arbeit an, insbesondere im privaten Beziehungsbereich und gegenüber (weißen) Männern. Sie thematisiert damit unausgesprochene Unterdrückungsmechanismen von Geschlechterrollen. Dabei gilt zu beachten, dass sie aus nicht-weißer Perspektive performt.

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In diesem empowernden Video berichten Menschen mit Behinderungen in Europa von Alltagserfahrungen, persönlichen Erfolgen und dem Stigma und der Diskriminierung, die ihnen entgegengebracht werden. Besonders betont werden multiple Diskriminierungen (Intersektionalität). Darüber hinaus zeigt das Video gruppenorientiertes Arbeiten an Projekten gegen Ableismus von bzw. mit Menschen mit Behinderungen.

Corona Diaries - Tag der Gleichstellung - Medienprojekt Wuppertal

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Der 5. Mai ist der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Welche strukturellen, institutionellen und andere Diskriminierungen erleben sie? Wo muss Barrierefreiheit ausgebaut werden? Was wünschen sich Menschen mit Behinderungen von der Gesellschaft? Die Protagonist*innen sprechen vor allem über ihr Leben in Zeiten der Corona-Pandemie.

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100 Jahre nach dem Erlangen des Frauenwahlrechts sind Frauen* nun als politische Akteur*innen anerkannt. Doch in ganz Europa schwindet das gesamtgesellschaftliche Vertrauen in die Demokratie. Immer weniger Menschen haben das Gefühl, durch ihre Stimmen etwas verändern zu können – gerade auf wirtschaftlicher Basis. Mithu Sanyal fragt, wieviel Einfluss demokratische Przesse noch auf wirtschaftliche Fragen haben. Sie betont, dass das Bestehen des Patriarchats in die kapitalistische Ordnung verwickelt ist. Feminist*innen dürfen im Streben nach politischer Veränderung die Wirtschaft nicht außer Acht lassen.

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Adel Onodi ist Schauspielerin, Sängerin und Aktivistin für Transrechte. In ihrem Heimatland Ungarn kämpft sie mit Transfeindlichkeit. Adel Onodi nutze ihre Theaterstücke und ihren Aktivismus, um Transmenschen in Ungarn mehr Sichbarkeit zu geben. In ganz Europa erleben Transmenschen physische Gewalt, Diskriminierung und müssen immer noch darum kämpfen, dass ihre Identität gesetzlich anerkannt wird. Aktivist*innen wie Adel Onodi fordern ein, vom Staat und der Gesellschaft mit Respekt behandelt zu werden. Trotz Morddrohungen und Versuchen, sie zum Schweigen zu bringen, bewahrt Adel Onodi Hoffnung. Sie lässt sich nicht einschüchtern und ist zuversichtlich, dass sich etwas in ihrem Heimatland bewegt.

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Prof. Dr. Shalini Randeria, Rektorin des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (OWM Wien), referiert zum Rückschlag gegen reproduktive Rechte, der Rückkehr des Pronatalismus.

Antifeministische und ultrakonservative Kräfte sind in ganz Europa auf dem Anstieg. Das hat besonders starke Auswirkungen auf reproduktive Rechte. Randeria erläutert Antinatalismus, dem Einschränken von Geburten, sowie Pronatalismus, dem Fördern von Geburten. Beide Konzepte sind entscheidende Einschnitte in die reproduktive Autonomie und verwoben mit Nationalismus und Rassismus. Randeria beginnt damit, festzustellen, dass reproduktive Rechte schon immer für viele Frauen aufgrund der Herkunft oder Klasse de facto eingeschränkt waren und nur einer privilegierten Minderheit zugesprochen wurden. Mit einem Fokus auf Pronatalismus erklärt Randeria das nationalistische Bestreben, weiße Familien zu vermehren und die Panik vor dem „Aussterben“ – eine Haltung, die zutiefst von Eugenik (Wissenschaft von der Verbesserung der Erbanlagen in der menschlichen Bevölkerung)  geprägt ist und immer gesellschaftsfähiger wird. Bevölkerungspolitik ist immer mit Fragen um Migration verknüpft. Nicht nur in osteuropäischen Ländern besteht dieses Phänomen – Randeria erläutert speziell Beispiele aus Dänemark, Schweden und Deutschland.

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Die Europäische Union rühmt sich mit Werten der Gleichberechtigung – allerdings genießen EU Bürger*innen diese Werte nur in der Theorie. Seit Jahren verschlechtern sich Frauenrechte. Feminismus polarisiert in der EU. Zwar hat beispielsweise die spanische Regierung mit elf Ministerinnen und einem Frauenanteil von 60% den größten Frauenanteil in Europa, doch wächst der anti-feministische Widerstand stetig. Laut dem Gleichberechtigungsindex hat sich die Lage für Frauen seit 2005 kaum verbessert. Während die Gesundheitsversorgung Fortschritte macht und Frauen mehr Geld verdienen, bleiben Themen wie sexuelle Gewalt auf der Strecke. Jede dritte Frau hat physische oder sexuelle Gewalt erfahren. Gerade in Ungarn, Polen und Italien erwirken ultrakonservative Parteien einen Rückgang der Frauenrechte: Nationalistische Interessen gegen Migration sollen das Bild einer „traditionelle Familie“ aufrechterhalten, Gender Studien werden an Universitäten verboten, Frauenhäuser verlieren die Finanzierung und Abtreibungsgesetze werden verschärft.