Südkorea und seine Vorkämpferinnen der #MeToo-Bewegung | Alle Internetze | ARTE - ARTEde

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Südkorea und seine Vorkämpferinnen der #MeToo-Bewegung | Alle Internetze | ARTE

Sexuelle Belästigung und Übergriffe am Arbeitsplatz waren bei der #MeToo-Bewegung der Auslöser dafür, dass weltweit Menschen auf ihre frauenfeindlichen Erfahrungen aufmerksam machten. Doch bereits vor der Bewegung führten in Südkorea öffentliche Auftritte von Betroffenen, u. a. von Kim Ji-eun, die für den Rücktritt eines Präsidentschaftskandidaten sorgte, zu einem Wandel. Dort ist das Ausmaß der Misogynie verschärft: Es entwickelte sich in den letzten Jahren der Begriff "Molka", der den weit verbreiteten Voyeurismus (meist durch Miniaturkameras) an öffentlichen Orten wie Toiletten beschreibt. Betroffen sind meist Frauen, die aber auch in privaten Bereichen ohne Zustimmung bei intimen Momenten gefilmt wurden und oft auf der ehemaligen Pornowebsite Soranet (1999-2015) landeten. Die Arbeit von Organisationen (siehe Bemerkung unten) wie Digital Sexual Crime Out trug maßgeblich zum positivem Wandel in Südkoreas Gesellschaft bei.

Bemerkungen

Die ebenfalls genannte Frauenorganisation Megalia (2015-2017) war mit an der Schließung von Soranet beteiligt. Dennoch sollte erwähnt werden, dass diese von vielen als radikal-feministisch eingestuft wurde. Ihre Taktik war vor allem das "Spiegeln" von frauenfeindlicher Sprache und Darstellungen, die zunehmend unter Kritik gerieten, weil sie den "Frauenhass" in einen "Männerhass" umwandelten

Hinweis

Zudem sollte bei einer Analyse oder Kritik des südkoreanischen Kontexts ein rassifiziertes oder kulturelles "Othering" verhindert werden, insbesondere dann, wenn aus einer weißen bzw. eurozentrischen Perspektive diskutiert wird.