Jede dritte Frau erlebt Gewalt während der Geburt
Wiebke Sommerschuh schildert ihre Erfahrungen während der Geburt, als ein Arzt den Kristeller-Handgriff anwandte: Das ist eine eine Maßnahme bei der wehensynchron von außen Druck auf den oberen Teil des Uterus ausgeübt wird, um die Geburt des Kindes zu beschleunigen. Obwohl sie „Stopp“ sagte, machte er weiter und drückte auf ihren Bauch.
In der Diskussion darüber, ob dies Gewalt darstellt oder nicht, erklärt Hebamme Wiebke Silz, dass Gewalt subjektiv und schwer zu definieren ist. Die verschiedenen Formen von Gewalt – sowohl körperlicher als auch psychischer Art – erschweren es zudem, solche Vorfälle während der Geburt eindeutig einzuordnen.
Dr. Martina Brügge, Oberärztin am UKSH Kiel erklärt, dass es in manchen Situationen, in denen akute Gefahr für die Mutter und/oder das Kind besteht, notwendig ist, sich über den Willen der Patientin hinwegzusetzen. Sie argumentiert, warum bestimmte Maßnahmen aus fachlicher Sicht ergriffen werden müssen und skizziert anschließend die Gründe für ein Eingreifen in Fällen, in denen die Betroffenen ein Trauma erlebt haben. Sie werden anschließend dazu ermutigt, sich im Nachhinein Hilfe zu suchen und das Erlebte nicht geheim zu halten. Wiebke Sommerschuh erklärte, dass sie dazu aber noch nicht bereit sei.
Dieser Beitrag ist ein kurzer, aber sehr informativer Clip, in dem eine Frau über ihre Erfahrungen mit einem Kristeller-Handgriff berichtet, den sie als invasiv und gewaltvoll beschreibt. Es enthält zudem die Sichtweisen einer Hebamme und einer Ärztin und vermittelt so ein ganzheitliches Verständnis der Erfahrungen mit Gewalt während der Geburt.
Video verfügbar bis 17.06.2027 um 19:30 Uhr.
Dieser Beitrag befasst sich mit Erfahrungen von Gewalt und Traumata im Zusammenhang mit der Geburtshilfe.