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In der Gehrenseestraße 1 wohnten vor allem vietnamesische Vertragsarbeiter*innen, die ab 1980 in die DDR kamen. Regisseur Duc Ngo Ngoc interviewt Nguyen Anh Tuan, der hier als Kind wohnte.

1980 trat ein Abkommen zur Übernahme von Arbeitskräften zwischen der DDR und Vietnam in Kraft. Daraufhin kamen rund 60.000 vietnamesische „Vertragsarbeiter*innen“ nach Ostdeutschland, von denen 16.000 nach der Wiedervereinigung im Land blieben und ihre Familienangehörigen nachholten - Nguyen Anh Tuan war einer von ihnen. Er lebte von 1990 bis 1997 als eines der ersten Kinder im Wohnheim Gehrenseestraße.  

Im Film besucht er die verlassene Wohnsiedlung, erzählt von der Geschichte seiner Familie und teilt persönliche Familienfotos aus der Zeit. „Die ersten Jahre habe ich mich nicht raus getraut“, erinnert sich Nguyen Anh Tuan an die „ausländerfeindliche Begrüßungskultur“. Er erinnert sich aber auch an Sticker aus dem Bravo Magazin und daran, dass deutsche Wort „Fahrrad“ zu lernen. In engen Schlafzimmern eröffneten einige Familien die ersten Lokale, die heute erfolgreiche Restaurants sind. „Liebe und Zusammenhalt waren unter Vietnamesen das Stärkste und das Schönste, was ich hier erlebt habe“, hält er fest.

Interview mit Tamara Hentschel - Reistrommel e.V. - Heinrich-Böll-Stiftung

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Tamara Hentschel wurde 1987 durch Zufall Wohnheimbetreuerin für vietnamesische Vertragsarbeiter*innen. Nach der Wende hat sie den deutsch-vietnamesischen Verein „Reistrommel“ mit aufgebaut. 2003 erhielt sie für ihre 20-jährige Tätigkeit für die Integration der Vietnames*innen in Deutschland und ihr Engagement auf dem Gebiet der Völkerverständigung und der Humanität das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Im Interview spricht sie über die Konsequenzen ungewollter Schwangerschaften von vietnamesischen Vertragsarbeiterinnen und über Rassismus, der sich nach der Wende in Ost-Berlin breitgemacht hat. Der Film entstand in Kooperation mit: Heinrich-Böll-Stiftung, Gesellschaft für interkulturelle Zusammenarbeit gGmbH, Landeszentrale für politische Bildung (LpB), Integrationsbeauftragte des Landes Berlin.

Pandemie & Gesellschaft #10 - Flüchtlingsschutz und Solidarität in Zeiten globaler Pandemie - Heinrich-Böll-Stiftung

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Die Situation in den überfüllten Geflüchtetenlagern an den EU-Außengrenzen ist angesichts der globalen Pandemie alarmierend. Unter dem Hashtag #LeaveNoOneBehind​​ wird die sofortige Evakuierung der Lager und besserer Schutz von Geflüchteten gefordert.

Im Gespräch mit Mekonnen Mesghena von der Heinrich-Böll-Stiftung plädiert SEEBRÜCKE-Mitgründerin und Sprecherin Liza Pflaum für solidarisches Handeln. Sie verweist darauf, dass die Kommunen auch während der Pandemie weiterhin aufnahmebereit sind. Es fehle lediglich seitens der Bundesregierung die Bereitschaft, den Forderungen nachzukommen. Die Aufnahme von nur 47 Kindern bleibe weit hinter den Kapazitäten, die Kommunen derzeit für die Unterbringung von Geflüchteten haben und sei angesichts der Größe Deutschlands "lächerlich".

Auch die Lager in Libyen müssen angesichts der verheerenden Menschenrechtsverletzungen - und das nicht erst seit der Pandemie - dringend evakuiert werden. Anstatt in militärische Abschottung sollte die EU in den Schutz von Menschen investieren.

#zuhauselesen mit Sandra Gugić - Heinrich-Böll-Stiftung

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"Wer nimmt uns die Angst, oder schürt sie?" fragt Sandra Gugić. In der vierten Episode von #zuhauselesen​ spricht Autorin Sandra Gugić über die Systemrelevanz von Literatur und das Politische im Poetischen. Sie liest aus ihrem Lyrikdebüt “Protokolle der Gegenwart”.

Sandra Gugić, 1976 in Wien geboren, ist eine österreichische Autorin serbischer Herkunft. 2009 begann sie zu schreiben. Sie studierte an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2012 gewann sie den Open Mike. Ihr erster Roman "Astronauten" (C.H. Beck) erschien 2015 und erhielt den Reinhard-Priessnitz-Preis. 2019 erschien ihr Lyrikdebüt “Protokolle der Gegenwart” im Verlagshaus Berlin. Zuletzt wurden ihr das Stipendium des Berliner Senats und das Heinrich-Heine-Stipendium zugesprochen. Sandra Gugić lebt als freie Autorin mit ihrer Familie in Berlin.

#zuhauselesen mit Zoe Hagen - Heinrich-Böll-Stiftung

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In der dritten Episode von #zuhauselesen spricht Autorin und Poetry-Slammerin Zoe Hagen über strukturellen und alltäglichen Rassismus in Deutschland und liest aus ihrem Text “Ansichten einer jungen Psychopathin”.

Zoe Hagen wurde 1994 in Berlin geboren. 2012 machte sie im Anschluss an ihr Abitur Praktika im journalistischen Bereich, bei GEOlino und der Süddeutschen Zeitung, sowie am Maxim Gorki Theater Berlin und bei der UFA Fiction GmbH. 2016 erschien ihr erster Jugendroman bei Ullstein, zudem betreibt sie regelmäßig deutschlandweit Poetry Slam; 2014 wurde sie Deutsche U20 Vizemeisterin. Seit 2017 studiert sie Drehbuch an der ifs internationale filmschule köln, 2019 lief ihr Kurzfilm Die Mathematik der Dinge (Buch und Regie Zoe Hagen) auf dem Max Ophüls Festival. Sie arbeitet derzeit an ihrem zweiten Roman.

#zuhauselesen mit Olivia Wenzel - Heinrich-Böll-Stiftung

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In der fünften Episode von #zuhauselesen​ findet Autorin Olivia Wenzel es stark, dass die Debatten über rassistische Polizeigewalt aus den USA nach Deutschland übergeschwappt sind, obwohl es hier auch so genug Gründe gegeben hätte, vehement zu protestieren. Sie liest aus ihrem Debütroman “1000 serpentinen angst”.

Olivia Wenzel ist in Weimar geboren, studierte Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis in Hildesheim und lebt in Berlin. Sie schreibt Theaterstücke und ist als Performerin aktiv: Zuletzt führte sie in Dark Light Dark auf der Burg Hülshoff das Publikum durch ein krudes, postkoloniales Biedermeiermuseum, davor kollaborierte sie mit der Theatergruppe vorschlag:hammer für "Die Erfindung der Gertraud Stock".  Neben dem Schreiben arbeitet sie in Workshops gern mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Außerdem macht sie hin und wieder Musik, zuletzt als Otis Foulie. Im März 2020 erschien ihr Debütroman "1000 serpentinen angst" im S. Fischer Verlag. Zusammen mit Anh Trieu und Philipp Rühr hat sie ein Musikvideo zu ihrem Buch gedreht.

Ein Jahr nach Hanau - Gedanken zu Deutschland von Leila El-Amaire - Heinrich-Böll-Stiftung

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Für Leila El-Amaire braucht es ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag in Hanau klare politische Konsequenzen, proaktive Aufklärung und echte Solidarität auf Augenhöhe – den Betroffenen muss zugehört werden und ihre Sorgen und Forderungen müssen ernstgenommen werden.

Am 19. Februar 2020 tötete ein Rechtsextremist zehn Menschen in Hanau. Es war der dritte rechtsterroristische Anschlag in Deutschland innerhalb von neun Monaten nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke am 1. Juni 2019 und dem Attentat in Halle am 9. Oktober 2019.

Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag in Hanau hat die Heinrich-Böll-Stiftung Künstler*innen und Aktivist*innen gefragt, was sich in Deutschland ändern muss, um rechten Terror in Zukunft zu verhindern. Was wünschen sie sich ein Jahr nach Hanau von der Politik? Wie kann rechter Terror bekämpft und Betroffene besser geschützt werden? Und was kann jede*r einzelne tun, um für eine solidarische Gesellschaft der Vielen einzustehen?

In Solidarität mit den Angehörigen, Überlebenden und Betroffenen und in Gedenken an Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili-Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.

Rassismus im Wandel - Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e. V.

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Das Erklärvideo macht deutlich, wie austauschbar die rassistischen „Feindbilder“ im Laufe der Zeit in Deutschland wirken. Egal, ob es jüdische Personen, Gastarbeitende oder Geflüchtete sind — die „Anderen“ sind immer Schuld. Das Video regt dazu an, die Rassismusdebatten der vergangenen 100 Jahre zu reflektieren: Wer war davon betroffen und wieso? Welche Merkmale prägten die Debatten? Welche Rolle spielte Gender dabei? Wie wurde die Debatte in den Medien dargestellt? Und die größte Frage dabei ist: Was hat sich am Rassismusproblem verändert?