Hanna von Dziewuchy Berlin, einem queerfeministischen polnischen Kollektiv in Berlin, gibt Antworten zur Frage: Wie unterscheidet sich die Lage in Polen 2020 im Gegensatz zu 2016, wo bereits versucht wurde, Schwangerschaftsabbrüche zu kriminalisieren? Und was hat eine nationalistische, religiös-fundamentalistische und rechtsextreme Gesinnung damit zu tun? Während die juristische Lage in Deutschland zwar etwas besser ist, kommt hier der starke Gegenwind vor allem aus der Gesellschaft, was Dr. med. Jana Maeffert von Doctors for Choice berichtet. Der „Marsch fürs Leben“, der zu den Positionierungen von „Pro-Life“ (alternativ: Lebensschützer*innen) einzuordnen ist, gewinnt immer mehr Anhänger*innen, die teils Praxen und Kliniken bedrohen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Lilli vom What the Fuck?! Bündnis beschreibt, wie Aktivist*innen, die sich gegen den Marsch fürs Leben stellen, Repressionen von Staatsbehörden erleben.
Seit es Bestrebungen für gleiche Rechte von Frauen und Männern gibt, gibt es Gegenströmungen, die das nicht wollen. Diese Gegenbewegung nennt man Antifeminismus. Antifeministische Strömungen lehnen eine Gleichstellung der Geschlechter sowie weitere Bemühungen um Selbstbestimmung ab. Im antifeministischen Weltbild gibt es außerdem nur zwei Geschlechter. In den letzten Jahren gab es einen Anstieg von antifeministischen Gruppierungen, die feministische Ideen für Entwicklungen verantwortlich machen, die eigentlich einen anderen Ursprung haben.
Antifeministische Handlungen sind zum Beispiel Hasskommentare gegen Frauen oder queere Menschen im Netz oder im öffentlichen Leben, oder gezielte Kampagnen gegen Personen oder Gruppierungen, die sich für Gleichstellung einsetzen. Antifeminismus ist sehr eng verbunden mit Rechtspopulismus. Mehr Informationen dazu liefert zum Beispiel die Leipziger Autoritarismus-Studie. Mehr Medien zu Antifeminismus gibt es auch in unserer Antifeminismus begegnenen-Mediathek. Mehr Informationen zu Antifeminismus gibt es auch hier.