Geschichte einer Verfolgung - Der "Schwulenparagraph" | dokus und reportagen - Hessischer Rundfunk

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Man nannte sie "die 175er". Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz, oder die Polizei holte sie von zu Hause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175.

 

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Homosexuelle werden auf offener Straße verprügelt, trans Menschen erfahren Mobbing und Hetze im Netz. Gewalt und Hass gegen LGBTQIA+ Personen nehmen auch in Westeuropa drastisch zu. Der Dokumentarfilm zeigt, was Betroffene erlebt haben und wie sie damit umgehen. Wie schaffen sie es, daran nicht zu zerbrechen? Und sie geht der Frage nach, wie und wo gesellschaftliche Strukturen Diskriminierung, Rassismus und Sexismus stützen.

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Das strikte Verbot von Abtreibung, weit verbreitete Homophobie und die Verklärung der Jungfräulichkeit – sexuelle Freizügigkeit muss in Polen hart erkämpft werden, vor allem in ländlichen Regionen. Anders in den Großstädten: Hier haben sich queere Communities zusammengefunden, die für ihre Rechte kämpfen. Vor allem in der katholischen Kirche ist Sex ein Tabu. Dass offen darüber gesprochen wird, ist selten – denn Polen gilt als eines der katholischsten Länder der EU. Für Pater und Filmemacher Piotr Slizewski ist Sex nur im Einklang mit der Bibel möglich. Deshalb zeigt er in seinen Filmen, warum Fremdgehen und Masturbation aus seiner Sicht als Sünden zu verstehen sind. Doch nicht nur von der Kirche, auch von der Politik wird ein solches Weltbild gefördert. Sexuelle Aufklärung in den Schulen? Fehlanzeige. Der Sexualkundeunterricht heißt dort stattdessen „Vorbereitung auf das Familienleben“ – die Inhalte werden von der konservativen PiS-Partei vorgegeben. Was es bedeutet, dem Druck der konservativen Gemeinschaft standhalten zu müssen, hat Monika schon oft erlebt. Als sie ungewollt schwanger wird, muss sie für die Abtreibung nach Tschechien reisen, denn in Polen herrscht eines der strengsten Abtreibungsgesetze Europas – dabei ist die große Mehrheit der Bevölkerung für eine Legalisierung. Seither unterstützt Monika andere junge Frauen, die ungewollt schwanger sind.

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Müssen Jungs jetzt alle mit Puppen spielen? Ist es okay, wenn ein Mädchen lieber Friedrich genannt werden möchte? Es ist längst pädagogischer Konsens, Kinder nicht in starre Rollenerwartungen zu drängen. Doch im Alltag stellt sich oft die Frage, wie das umgesetzt werden kann. In der zehnten Folge unseres Podcasts spricht die Moderatorin Katrin Rönicke mit Melike Berfê Ҫınar, Diplompolitologin und langjährige Referentin in der Frühen Bildung zum Thema Antidiskriminierung, über den Weg zur geschlechtersensiblen KiTa. Denn auch wenn wir nicht mehr in den Fünfzigern leben: Studien zeigen, dass Jungen und Mädchen noch immer anders behandelt werden. Noch immer fallen Sätze wie „Jungs müssen eben raufen“, werden Mädchen eher angehalten, brav am Tisch zu sitzen. In dieser Folge zeigt Melike Berfê Ҫınar auf, warum sie statt „geschlechtersensibel“ lieber von „vielfaltssensibel und diskriminierungskritisch“ spricht. Warum man Bücher vorlesen sollte, in denen beiläufig erwähnt wird, dass ein Kind zwei Mütter oder zwei Väter hat. Warum Fachkräfte öfter mal von „Familie“ sprechen sollten statt von „Mama und Papa“. Wie sie sich verhalten sollten, wenn ein Junge ein Kleid tragen möchte, die Eltern dies aber ablehnen. Und warum die KiTa der Ort ist, der Kinder für das ganze Leben stärken kann.