Im Fokus

Was ist eigentlich Sexismus?

Sexismus - die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres (zugeschriebenen) Geschlechts. Gerade in Zeiten, in denen antifeministische Strömungen so laut werden, ist es wichtig, ihre Wirkungsweisen zu verstehen und Gegenstrategien zu entwickeln. Die vorgestellten Medien erklären Sexismus und seine Auswirkungen und zeigen Möglichkeiten auf, Sexismus zu begegnen.

Sexismus beschreibt die Benachteiligung und Abwertung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Sexismus ist Teil eines Machtverhältnisses, in dem Mädchen und Frauen, sowie Personen, die sich nicht heteronormativen binären (also zweigeschlechtlichen) Geschlechtsvorstellungen zuordnen, strukturell benachteiligt werden. Vor allem diese Personen erfahren sexistische Diskriminierung im Alltag – so werden zum Beispiel weiblich gelesene Körper in der Werbung ohne Sinnzusammenhang als Werbefläche benutzt. Damit werden Frauenkörper auf begehrenswerte Objekte reduziert, die scheinbar zur freien Verfügung stehen. Für viele FLINTA* Personen (also Frauen, Lesben, inter*- und nonbinäre- , trans* und asexuelle und agender Personen)  ist Sexismus an der Tagesordnung: Sei es in Form von „Catcalling“, in nicht erbetenen „Hilfeleistungen“, Sprüchen oder manifester Gewalt in Femi(ni)ziden.
Sexismus und Antifeminismus gehen dabei Hand in Hand und stellen eine Bedrohung für die pluralistische Gesellschaft dar. Deshalb ist es so wichtig, gegen Sexismus zu handeln, ihn zu benennen, wo er uns begegnet und mit Betroffenen solidarisch zu sein.

Sexismus in Schulen vorbeugen

Gerade in Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen ist antisexistische Bildungsarbeit wichtig. Denn sexistische Strukturen unterteilen schon früh in pink und rosa, vermeintlich schwaches und vermeintlich starkes Geschlecht. Pinkstinks  ist beispielsweise eine Bildungsorganisation, die vielfältige Materialien zum Thema kostenlos zur Verfügung stellt. Einige stellen wir hier vor. Sie können leicht und nachhaltig in den Unterricht eingebunden werden.

Pinkstinks Deutschland überlässt Gleichberechtigung nicht dem Zufall und will als eine der reichweitensträrksten feministischen Organisationen in Deutschland zum Thema Seximus bilden. Sie sagen von sich selst: "Wir zeigen auf, warum Feminismus Vorteile für ALLE mit sich bringt und tragen so zu einer gerechteren Gesellschaft bei. Denn "Die Zeiten gendern sich!"

 

 

 

Sexismus in den Medien

Nicht nur Schüler*innen sollten etwas über Sexismus lernen – auch viele Medienmacher*innen haben hier noch Nachholbedarf, wie die aktuelle Debatte um mutmasslich sexualisierte Übergriffe und Machtmissbrauch bei einem prominenten deutschen Sänger zeigt. Deshalb ist ein zweiter Schwerpunkt unseres Fokus-Themas: Sexismus in den Medien

Gegenstrategien

Wie können wir gegen Seximus vorgehen? Diese Medienauswahl gibt Tips und Tricks im Kampf gegen Sexismus.

Können Männer von Sexismus betroffen sein?

Es ist wichtig sich klarzumachen, dass Sexismus sich nicht gegen Männer richtet, aber Männer dennoch unter Sexismus leiden. Was das heißt? In der Geschlechterideologie, die dem Sexismus zu Grunde liegt, werden als „männlich“ verstandene Eigenschaften besser bewertet als „weibliche“. Ein klassisches Beispiel ist die Darstellung von Männern als „starkes Geschlecht“, das über Frauen als das „schwache Geschlecht“ steht. Damit wird einerseits festgesetzt, dass es immer besser sei, „stark“ als „schwach“ zu sein – was oftmals auch bedeutet keine Angst zu haben, laut und durchsetzungsfähig zu sein. Dabei haben doch alle mal Angst, immer laut zu sein ist anstrengend und übertönt andere und Durchsetzungsfähigkeit, ohne auf die Bedürfnisse anderer zu achten ist, ist oft gewaltvoll. Geschlechterstereotype sind also viel zu starr und eng für unsere dynamischen, bunten und vielfältigen Lebensrealitäten.
An dem Beispiel zeigt sich auch, wie Männer unter Sexismus leiden können: Weil Jungs dazu erzogen werden, „stark zu sein“ – also zum Beispiel nicht zu weinen – fällt es vielen Männern später schwer, ihre Gefühle auszudrücken und sich Hilfe zu suchen, wenn sie allein nicht mehr weiterkommen. Alarmierender Effekt dessen ist unter anderem, dass Suizide vor allem Männersache sind – also drei Mal so viele Männer wie Frauen 2021 sich selbst das Leben nahmen (Quelle - Destatis).

Unter Sexismus leiden wir also alle – wenn auch unterschiedlich stark. Deshalb ist ein Beschäftigen mit dem Thema so wichtig. Zum Abschluss unseres Schwerpunktes wollen wir deshalb ins Handeln kommen und Leitfäden gegen Stammtischparolen und für ein antisexistisches Miteinander geben.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn es Ihnen nicht gut geht oder Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freund*innen oder Verwandte sein, es gibt aber auch Hilfsangebote. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 erreichbar. Es gibt auch die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung oder eines Hilfe-Chats. Weitere Informationen finden Sie bei der Telefonseelsorge.