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Podcastfolge

Wenn die Schwangerschaft in den ersten Wochen endet

In dieser Folge des Gyncast (“der Gynäkologie Podcast”) sprechen Gynäkologin und Chefärztin Prof.in Dr.in Mandy Mangler und Tagesspiegel Redakteurin Esther Kogelboom über frühe Fehlgeburten. Was passiert da im Körper? Welche Formen der frühen Fehlgeburt gibt es? Wann ist es sinnvoll medizinisch einzugreifen? Was sind die Ursachen dafür? Jedes Jahr gibt es weltweit rund 23 Millionen Fehlgeburten, also umgerechnet circa eine von sieben Schwangerschaften. Die statistische Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt sinkt in der 12. Schwangerschaftswoche auf 4%. Daher halten viele Personen ihre Schwangerschaft bis dahin geheim. Frühe Fehlgeburten sind Fehlgeburten bis zur 12. Schwangerschaftswoche.

Mandy Mangler geht darauf ein, dass nicht immer der gleiche medizinische Ansatz hilft und beschreibt wie sie versucht, möglichst sensibel in ihrem Krankenhaus mit Betroffenen umzugehen. Sie diskutieren auch die Begrifflichkeiten „Fehlgeburt“ und „Abort“. Julia Böcker, die für die Folge interviewt wurde, betont, dass die Begriffe „stille Geburt“ und „kleine Geburt“ hervorheben, dass eine Geburt stattgefunden hat während Fehlgeburt eher eine Geburt verneint oder als gescheitert einordnet. Die beiden Podcasterinnen sprechen auch über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema und erwähnen dass „stille Geburten“ individuell mit Schock und Trauer verbunden sein können. 

Was den medizinischen Umgang mit dem Thema angeht, erklärt Mandy Mangler, dass es drei Optionen gibt, wenn bei einer Untersuchung festgestellt wird, dass der Embryo nicht weiter wächst: 1) der natürliche Prozess wird abgewartet (Embryo wird abgeblutet), 2) der Prozess wird beschleunigt durch Medikamente, 3) die Schwangerschaft wird abgesaugt. Wenn eine Person ins Krankenhaus mit Blutungen in der Schwangerschaft kommt, kann es jedoch auch sein, dass die Schwangerschaft bestehen bleibt. Bis zu 30% der Schwangeren bluten zu einem Zeitpunkt während der Schwangerschaft. Eine Untersuchung kann dann zeigen, was mit der Schwangerschaft passiert ist und, ob sie noch „intakt“ ist. Es ist also nicht immer eine medizinische Intervention notwendig. 

Außerdem gibt es grundsätzlich einen Anspruch auf eine Hebammenbetreuung ab dem Zeitpunkt, wo jemand einen positiven Schwangerschaftstest hat. Mandy Mangler erwähnt auch, dass es Hebammen gibt, die auch auf Aborte spezialisiert sind und z. B. auch Trauerbegleiter*innen sind. Komplikationen gibt es selten, bei Fieber sollte man sich jedoch an eine Hebamme oder Ärztin wenden. Mangler und Kogelboom betonen, dass Personen sich manchmal selbst die Schuld geben, aber stille Geburten kein Fehler der Betroffenen sind und es einen neuen und sensiblen Umgang damit braucht.

Zur Podcastfolge

Bemerkungen

Vor dieser Folge sprach Esther Kogelboom mit Soziologin und prina-Mitglied Julia Böcker über ihr Buch „Fehlgeburt und Stillgeburt – Eine Kultursoziologie der Verlusterfahrung“.

Im Podcast wird aus diesem Blog der Hebamme Xenia zitiert.

Didaktische Hinweise

Inhaltswarnung: Es geht in der Folge um frühe Fehlgeburten (bis zur 12. Schwangerschaftswoche).

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