Zwangsprostitution in Europa | ARTE Re:

Viele einkommensschwache rumänische und bulgarische Frauen geraten an sogenannte „Loverboys“: Diese, meist männlichen, Personen täuschen den Frauen die große Liebe vor. Nicht nur das – sie versprechen ihnen ein neues, besseres Leben mit neuem Job in wohlhabenderen Ländern wie Deutschland, schließlich sind hier laut dem Prostitutionsgesetz - ProstG sexuelle Dienstleistungen unter bestimmten Voraussetzungen legal. Dort werden sie teils durch Menschenhändler*innen hingeschleust, um sie zur Prostitution zu zwingen. Die Doku begleitet Julia Wege von der Mannheimer Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution „Amalie“, die Betroffene unterstützt und versucht, sie aus dem Teufelskreis rauszuholen.

Bemerkungen

In diesem Diskurs müssen die Begriffe „Prostitution“ und „Sexarbeit“ grundlegend voneinander unterschieden werden. Prostitution hat meist eine negative Konnotation und ist in ein unterdrückendes, patriarchales System verwoben, indem Prostituierte (oft frauenfeindlich) unfreiwillig ausgebeutet werden. Sexarbeit ist eher positiv-konnotiert und aus feministischer Perspektive mit einer Selbstbestimmtheit und Handlungsfähigkeit verbunden, die dem negativen Stigma einer „Handlungsohnmacht“ entgegenwirken soll.

Weiterhin sollte das Bild eines „unterentwickelten“ Südost-/Osteuropas kritisch betrachtet werden, ohne vorhandene Probleme zu ignorieren. Auch sollte darauf geachtet werden, das bei Diskussionen sensibel mit dem Stigma von Sinti*zze und Rom*nja umgegangen wird.

Triggerwarnung: Die Schilderung der hier dargestellten Erfahrungen von körperlicher und psychischer Gewalt bzw. Missbrauch und Zwangsprostitution können retraumatisierend sein. 

Hinweis

Die Doku sollte nur mit entsprechenden Hinweisen (Triggerwarnungen siehe oben) gezeigt werden.

Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution finden beim Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V.  oder beim Koordinierungskreises gegen Menschenhandel (KOK) e.V. eine deutschlandweite Übersicht von Beratungs- und Hilfestellen.