Geburtshilfe

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In dieser Folge des MedNight-Videopodcasts des Universitätsklinikums Bonn spricht Dr. Tobias Weigl mit Professorin Brigitte Strizek, Leiterin der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin. Sie sprechen über die Betreuung von komplikationslosen und Risikoschwangerschaften, Geburtshilfe und pränatale Diagnostik sowie Gewalt während der Geburt.

Die Definition von Gewalt in der Geburtshilfe ist äußerst komplex, uneinheitlich und politisch brisant. Sie kann körperliche, verbale und strukturelle Gewalt umfassen. In Deutschland ist die geburtshilfliche Versorgung unterfinanziert, was Auswirkungen auf die Betreuung von Personen während der Geburt hat. Geschlechterungleichheit und hierarchische Strukturen beeinflussen die Erwartungen daran, wie eine Person gebären sollte. Dies führt zu emotionalen Diskussionen, da die Frage gestellt werden muss: Wer hat eigentlich das letzte Wort? Professorin Strizek erklärt, wie ihr Krankenhaus reagiert, wenn eine Frau Gewalt während der Geburt meldet. 

Darüber hinaus werden folgende Fragen behandelt: Woran erkennt eine Frau, dass die Geburt beginnt? Wie viele Geburten finden in Deutschland statt? Wie viele davon finden außerhalb eines Krankenhauses statt? Was ist eine natürliche Geburt? Sollten Geburtspläne erstellt werden? Wie könnte die geburtshilfliche Versorgung verbessert werden? Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Ärzten aus?

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Aufzeichnung der Buchvorstellung von Alicia Beier, Gynäkologin und Co-Gründerin von Doctors for Choice Germany, „Das Patriarchat im Uterus“, 2025 und Sibel Schick, Journalistin, Podcasterin, „Mein Körper – wessen Entscheidung?“, 2026 moderiert von Anthea Kyere, Antidiskriminierungsberaterin, am 24.03.2026 in der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin.

Reproduktive Selbstbestimmung hängt auch in Deutschland stark mit den Grundfragen sozialer Gerechtigkeit zusammen: Was kostet ein Schwangerschaftsabbruch und wie komme ich an die nötigen Informationen, um eine Praxis oder Klinik zu finden, in der ich schnell, zugewandt und professionell behandelt werde? Wie und wohin wende ich mich, wenn ich Gewalt erlebe und Schutz brauche? Wie kann ich mir genug Wohnraum leisten, um ein Leben mit den Kindern zu führen, die ich schon habe oder mir wünsche? Wie kann ich mir sicher sein, dass meine Kinder ohne Diskriminierung und mit der Unterstützung aufwachsen, die sie im Laufe ihres Lebens benötigen? Zu all diesen Fragen gehört auch, wer in Deutschland eigentlich als Elternteil gedacht wird, wem das Kinderkriegen ermöglicht werden soll und wem nicht. Rassifizierte, behinderte, queere und arme Menschen erleben oft, dass ihnen das Kinderkriegen abgesprochen und ausgeredet oder es gar strukturell verhindert wird. Alicia Baier und Sibel Schick analysieren in ihren Büchern die patriarchalen und diskriminierenden gesellschaftlichen Strukturen, die Selbstbestimmung verhindern. Moderiert von Anthea Kyere lud der Abend dazu ein, über reproduktive Gerechtigkeit als gesellschaftliche Aufgabe und politische Forderung zu sprechen: über feministische Perspektiven auf Selbstbestimmung, rechte Körperpolitiken, Solidarität und die Frage, wie Selbstbestimmung jenseits von Tabuisierung, Stigmatisierung und Ungleichheit möglich wird.

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